Konferenzraum

Gehörige Potentiale: Die Frauen der Hohenzollern im 15. Jahrhundert und ihre Wirksamkeit im dynastischen Gefüge

Dieser Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Die Frauen der Hohenzollern – Dynastie, Netzwerk und Familie“.

Die Ringvorlesung wird vom Historischen Institut der Universität Potsdam und dem Nordost-Institut Lüneburg veranstaltet in Kooperation mit dem Brandenburg Museum.

Im Mittelpunkt der Reihe stehen die Frauen der Hohenzollern: ihre Rolle innerhalb der Dynastie, ihre familiären Beziehungen sowie ihre politischen und sozialen Netzwerke. Die Vorträge beleuchten, wie diese Frauen über Generationen hinweg Handlungsspielräume nutzten und Einfluss ausübten.

Organisation:
Prof. Dr. Monika Wienfort
Prof. Dr. Matthias Asche
(Universität Potsdam)

Stammbaum Hohenzollern, Staatsbibliothek Berlin (Ausschnitt)
Stammbaum Hohenzollern, Staatsbibliothek Berlin (Ausschnitt)

Die Geschichte der Hohenzollern wird häufig als Geschichte ihrer Kurfürsten, Könige und Kaiser erzählt.

Referentin: Dr. Uta Piereth, Bayerische Schlösserverwaltung Schloss Nymphenburg

Diese Ringvorlesung wählt bewusst eine andere Perspektive: Sie rückt die Frauen in den Mittelpunkt, die das Haus Brandenburg über Jahrhunderte hinweg entscheidend mitgeprägt haben, oft jenseits der großen Schlachten und Staatsverträge, aber nicht minder wirksam.

Im Fokus stehen die vielfältigen Netzwerke, in denen die Ehefrauen und Töchter der Hohenzollernherrscher agierten. Familiäre, dynastische, höfische und politische Verflechtungen reichten weit über Brandenburg und Preußen hinaus und verbanden Höfe, Territorien und Machtzentren Europas.

Heiratsstrategien und dynastische Politik werden dabei als zentrale Instrumente weiblicher Macht sichtbar. Durch sie wurden Bündnisse gestiftet, politische Spielräume eröffnet und kulturelle Transfers ermöglicht. Die Vorlesungsreihe zeigt, wie Frauen auf diese Weise aktiv an der Gestaltung von Herrschaft beteiligt waren.

Darüber hinaus richtet sich der Blick auf die Rolle der Frauen am Hof: als Beraterinnen, Regentinnen, Mäzeninnen und Mitgestalterinnen dynastischer Repräsentation. Ebenso berücksichtigt wird ihre Bedeutung im familiären Alltag – Mutterschaft, Kindererziehung sowie die Vermittlung von Werten, Normen und Herrschaftsvorstellungen als Grundlage dynastischer Kontinuität.

Anhand ausgewählter Biografien wird deutlich, wie Frauen der Hohenzollern Macht ausübten, Politik beeinflussten und Geschichte formten, oft subtil, doch vielfach nachhaltig.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Rollen und Handlungsspielräumen der Ehefrauen, Witwen, Töchter, Mütter und Schwestern der hohenzollerischen Markgrafen von Brandenburg im Spätmittelalter. Ihre Möglichkeiten wussten manche dieser Frauen gezielt zu nutzen. Von Franken und Brandenburg aus bauten sie Netzwerke in die Adelswelt effizient aus.

Der Blick auf diese Akteurinnen eröffnet individuelle wie grundsätzliche Überraschungseffekte und macht deutlich, wie lohnend es ist, die Perspektive auf dynastische Herrschaft über die lange dominante männliche historiographische Sicht hinaus zu erweitern.

Eintritt und Anmeldung

Der Eintritt ist frei.

Kooperation

In Kooperation mit dem Historischen Institut der Universität Potsdam