5 Menschen posieren an einem Tisch
Das Team um das Flaneur Magazin. Foto: ©BKG/Kevin Fuchs

Flaneur – Fragments of a Street

Ein Projekt von Flaneur – Fragments of a Street e.V.

Den vielstimmigen Raum sprechen lassen

Magazine liegen übereinandergestapelt
Das Flaneur Magazin. Foto: ©BKG/Kevin Fuchs

Flaneur ist ein ortsspezifisches, unabhängiges künstlerisches Projekt, das sich universellen Geschichten aus einer mikrolokalen Perspektive nähert. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Communities werden Narrative sichtbar gemacht, die sich jenseits dominanter Erzählungen bewegen, aktuelle politische Realitäten durchdringen oder das scheinbar Nebensächliche ins Zentrum rücken.

Aus fragmentarischen Begegnungen entsteht ein vielstimmiger Raum aus literarischen und künstlerischen Positionen, der sich sowohl in Form eines gedruckten Magazins als auch durch Interventionen, Veranstaltungen und auch in kollaborativen Formaten im öffentlichen Raum entfaltet. Im Mittelpunkt steht ein multiperspektivischer, interdisziplinärer Ansatz, der auf nachhaltigem Austausch mit Orten und ihren sozialen Gefügen basiert. Geschichte erscheint dabei als eine in die Gegenwart eingeschriebene Schichtung, aus der heraus sich neue Denk- und Imaginationsräume für plurale Zukünfte öffnen.

Berlins und Brandenburgs Wasserstraßen

Für die kommende 10. Ausgabe des Magazins verlagert Flaneur seinen Fokus von den Straßen auf die Wasserwege Berlins und Brandenburgs – auf Flüsse, Kanäle und Seen als ein zusammenhängendes, poröses System. Berlin erscheint dabei nicht als abgegrenzte Metropole, sondern als Teil eines größeren hydrologischen und kulturellen Gefüges, das sich in Brandenburg fortsetzt. Die Wasserstraßen verbinden urbane und ländliche Räume, tragen Geschichten, Materialien und Konflikte mit sich und entziehen sich zugleich eindeutigen Grenzziehungen. In dieser Verschiebung liegt eine Erweiterung des Projektraums, die sowohl konzeptuell als auch geografisch neue Perspektiven eröffnet.

Wasser fungiert dabei als zentrales Medium und als ambivalente Linse: als verbindende, lebensspendende Kraft und zugleich als Träger kolonialer, ökonomischer und ökologischer Gewaltverhältnisse. Es markiert Übergänge zwischen Erinnerung und Vergessen, zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, zwischen Territorium und Auflösung. In der Auseinandersetzung mit Wasser werden Themen wie Dekolonialität und Globalität, Klimakrise, Hydrofeminismus, urbaner Wandel sowie regionale und überregionale Verflechtungen verhandelt. Wasser erscheint dabei nicht nur als Motiv in seiner konkreten Materialität und den damit verbundenen Fragen nach Zugang, Rechten und den politischen Ideologien, die diese formen. Es dient auch als Methode für ein Denken in Strömungen, Überlagerungen und Durchlässigkeiten.

Brandenburg als Raum des Werdens

5 Menschen arbeiten an einem Tisch und blättern in Magazinen
Das Team um das Flaneur Magazin. Foto: ©BKG/Kevin Fuchs

Das Projekt begreift Brandenburg nicht als statischen Raum, sondern als eine Zone der Transformation, der Imagination und des kollektiven Werdens. Entlang von Flussufern, in Zwischenlandschaften, an Häfen oder kaum beachteten Übergängen entstehen neue Räume für künstlerische und kulturelle Auseinandersetzungen. Lokale Akteur:innen werden in den Prozess eingebunden, während zugleich diasporische und marginalisierte Stimmen verstärkt werden. Ziel ist es, kulturelles Gedächtnis, ökologische Fragestellungen und soziale Praktiken miteinander zu verschränken und so konkrete Beiträge zur Vorstellung eines zukünftigen Raumes zu entwickeln.

Was ist 2026 geplant?

Für das Jahr 2026 ist vorgesehen, den Forschungsprozess selbst öffentlich zugänglich zu machen: In Form einer mobilen Radiostation entstehen entlang konkreter wasserbezogener Orte in Berlin und Brandenburg episodische Formate, die Gespräche, Recherchen und künstlerische Beiträge bündeln. Jede Episode nimmt einen spezifischen Ort zum Ausgangspunkt und bildet zugleich eine Grundlage für die spätere Publikation.

Die erste Episode ist für Juni 2026 geplant, weitere Ausgaben folgen fortlaufend bis Februar 2027. Parallel dazu werden in Brandenburg in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern Workshops, Spaziergänge, Vorträge und andere Formate realisiert, die den Forschungs- und Co-Creation-Prozess vertiefen und öffentlich zugänglich machen. Im darauffolgenden Jahr konzentrieren sich die Aktivitäten stärker auf Brandenburg, wo die entwickelten Ansätze weitergeführt, vertieft und ortsspezifisch aktiviert werden.

Informationen zum Projekt

Informationen zum Veranstaltungsprogramm

Termine und Orte sowie weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf kulturland-brandenburg.de oder auf flaneur-magazine.com.

Flaneur – Fragments of a Street e.V.