Schwimmende Installation „Treasure“ von Michel de Broin im Waldsee von Waldeck
Eine Arbeit im Rahmen von „Kohlenwerke“.
Ein Projekt vom Kohlengrube e.V.
Ein Zechenhaus wird zum Kunstort
Wer hinter Töpchin in den Wald von Waldeck bei Mittenwalde einbiegt, entdeckt auf seinem Spaziergang zunächst einen in sich ruhenden Wald und in seiner Mitte einen schillernden Waldsee. Ein zweiter Blick lohnt sich: Hinter Ästen, Sträuchern und dem klaren Wasser verbirgt sich ein Ort mit einer überraschenden Vergangenheit, denn unter der Wasseroberfläche und entlang des Ufers liegen bis heute die Spuren des einstigen Braunkohlebergbaus.
Ende des 19. Jahrhunderts versprach ein vermutetes Braunkohlevorkommen an dieser Stelle schnellen Reichtum. Doch die Vorkommen waren zu gering – der Betrieb wurde bald eingestellt und die Grube geflutet. Bis heute liegen technische Anlagen und Schächte auf dem Grund des Sees sowie die Grundzüge des Zechenhauses und erzählen von diesem kurzen Kapitel Bergbaugeschichte.
Mit dem Projekt „Kohlenwerke“ wird das ehemalige Zechenhaus nun zum Ausgangspunkt eines internationalen Kunst- und Kulturprogramms, dass in einen Dialog mit der Geschichte des Ortes und der ihn umgebenden Natur tritt.
Verdichtung von Geschichte und Landschaft
Mit „Treasure“ des kanadischen Künstlers Michel de Broin ist nun eine erste Arbeit zu sehen. Die scheinbar auf dem Waldsee schwebende, diamantförmige Skulptur reflektiert Himmel, Wald und Wasser und lässt Umgebung und Kunstwerk miteinander verschmelzen. Der Diamant wird dabei zum Sinnbild des vermeintlichen Bodenschatzes am Grunde des Sees und verbindet die verborgene Geschichte und der damit künstlichen Transformation des Ortes mit der heutigen, von der Natur überschriebenen Landschaft. Mit der Skulptur wird die Geschichte des vermeintlich üppigen Bodenschatzes an die Oberfläche geholt und der Blick zugleich auf die Landschaft gelenkt. Je nach Licht und Perspektive – ob aus nächster Nähe oder vom Ufer aus betrachtet – hebt sich das Werk von seiner Umgebung ab oder scheint beinahe mit der Landschaft und Natur zu verschmelzen.
„Heute zeugt die Landschaft der Kohlengrube sowohl vom industriellen Ehrgeiz der Gründerzeit als auch vom Widerstand der Natur. In der Skulptur verdichten sich Geschichte und Landschaft zur Form eines Diamanten, der die Schönheit der Umgebung widerspiegelt. Der Künstler kehrt damit die Logik des Bergwerks um: Wo einst nach Bodenschätzen gegraben wurde, treibt heute ein Schatz auf dem Wasser. Statt in der Erde nach Reichtum zu suchen, finden wir ihn in der umliegenden Natur.“ (Kohlengrube e.V.)
Das Besondere: Die Skulptur lässt sich schwimmend erkunden.
Weitere Informationen Ort und zum Werk erhalten Sie auf kohlengrube.org
Ihr Besuch
Ort See im Wald von Waldeck bei Töpchin
Zur Kohlengrube 6, 15749 Töpchin
Informationen zur Anreise Die Erreichbarkeit erfolgt ausschließlich zu Fuß. Startpunkt liegt beim Friedhof Töpchin-Waldeck. Ein Besuch des ehemaligen Zechenhauses ist nach Anmeldung willkommen.
Bitte beachten Sie die Waldregeln.