Digitalvilla
Präsentation „Glitch Art in the Age of Perfect Censorship“ in Potsdam
Im Rahmen des Projekts „Falling from the Shoulder of Giants: Cold Feet – Long Arms“.
Ein Projekt von der Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte e.V.
Ökonomie digitaler Sichtbarkeit
Die wachsende Dokumentationsplattform “Glitch Art in the Age of Perfect Censorship” untersucht die unsichtbaren Mechanismen algorithmischer Kontrolle in digitalen Räumen. Im Zentrum stehen Werke, u.a. des Glitch Artists Ian Keaveny, die von automatisierten Systemen eingeschränkt, blockiert markiert wurden – sogenanntes Shadow Banning. Anhand von Glitch Art, Videoarbeiten und dokumentierten Plattforminterventionen wird sichtbar wie KI-Systeme Wahrnehmung, Sichtbarkeit und kulturelle Teilhabe steuern und dabei nicht nur moderiert, sondern Reichweite, Beziehungen und Aufmerksamkeit neu organisieren.
Zugleich eröffnet die Ausstellung historische Verbindungslinien zu subtilen Formen kultureller und psychologischer Steuerung in den Jahren bis 1989. Während diese in der DDR häufig durch staatliche Vorgaben, Zensur und subtile soziale Mechanismen wirkte, entstehen heute neue Formen der Steuerung durch digitale Plattformen und Algorithmen. Sie verbieten Inhalte oft nicht direkt, sondern beeinflussen, was sichtbar wird, Reichweite erhält oder aus dem Blickfeld verschwindet.
Die Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte e.V. lädt in Kooperation mit der Digitalvilla zu einem ersten hybriden Get-together in den WI-Forschungsbraukeller der Digitalvilla ein, um das kuratorische Dokumentationsprojekt zu präsentieren.
Einen ausführlichen Einblick in die Hintergründe der kuratorischen Arbeit erhalten Sie hier.
Erfahrungen gesucht
Heute werden digitale Artefakte zunehmend von Maschinen gelesen, bevor Menschen sie sehen. Automatisierte Moderationssysteme entscheiden darüber, ob Bilder sichtbar bleiben, Reichweite verlieren oder aus dem Blickfeld verschwinden.
Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit uns im Vorfeld der Veranstaltung.
Gesucht werden Forscher:innen, Künstler:innen, und Praktiker:innen mit Erfahrungen zu algorithmischer Zensur, Shadowbanning, Reichweitenreduktion, automatisierten Moderationssystemen, „sensible Inhalte“-Markierungen oder KI-Fehlklassifikationen. Für die Dokumentation sammeln die Kurator:innen Verena Voigt (Investigative Curator, GFZK e.V.) und Ian Keaveny aka crash stop (Glitch Artist) derzeit Fälle digitaler Artefakte, die blockiert, entfernt oder auch Profile, die in ihrer Sichtbarkeit eingeschränkt wurden; und Betroffene, die darüber berichten können. Im Fokus steht die Dokumentation aktueller Fälle (seit 2024) algorithmische Zensur sowie die Erforschung KI-basierter Moderationsprozesse.
Erfahrungen können Sie an kontakt@verena-voigt-pr.de senden.
Programm
Begrüßung
Begrüßung durch Verena Voigt und Ian Keaveny
Auszüge aus dem Video-Essay „Meta – Requiem of a Dream“ (2025) von Ian Keaveny aka crash stop. Publiziert in GLITCH: ONTOLOGICAL EXHAUSTIONS & SYSTEM FAILURES, 2025.
Der OPEN CALL – Fallbeispiele von PERFECT CENSORSHIP
Fallbeispiele aus dem OPEN CALL mit Marie Molins, Domenico Barra und Peter Seligman aka trash panda qc
Moderation: Verena Voigt & Ian Keaveny
Filmscreening
Zwei Filme von Ian Keaveny (2024), die sich mit dem Standort der Digitalvilla am Hedy-Lamarr-Platz beschäftigen: Ghosts of Propaganda & Ecstasy of Resistance.
Ihr Besuch
Informationen zu Ihrem Besuch
Termin 18. Juni, 18-21 Uhr (hybrid)
Einlass 17.30 Uhr Anmeldung kontakt@verena – voigt-pr.de
Ort WI-Forschungsbraukeller, Digitalvilla
Universität Potsdam, Hedy Lamarr-Platz, 14482 Potsdam