Welten verbinden. Ein Brandenburg Buch
Das neue Buch von Kulturland Brandenburg 2024/2025
Ob auf einem Feld im Niederen Fläming, im Auto auf einer brandenburgischen Autobahn in Richtung Schweden, mit einer Schreibmaschine unterm Arm in LA oder versteckt im Lieblingsgericht des eigenen Vaters. Ob unter künstlichen Palmen, auf der Suche nach Wölfen, die um die Häuser ziehen, oder an den Ufern der Oder. Dies ist ein Buch über Brandenburg. Es präsentiert ein Land aus unterschiedlichen Perspektiven, ein Land, das über sich hinauswächst, die eigenen Grenzen sprengt und – mal selbstkritisch, mal liebevoll – über sich selbst spricht.
Die Beitragenden
Neun Autor:innen und sechs Fotografinnen zeigen in diesem Buch, was es heißt, Grenzen zu überwinden und Welten zu verbinden.
Mit Texten von Hatice Açıkgöz, Paula Fürstenberg, André Kubiczek, Karolina Kuszyk, Sünje Lewejohann, Matthias Nawrat, Tanasgol Sabbagh, Lutz Seiler und Saskia Warzecha.
Mit Fotografien von Paula Kalinowski, Jordis Antonia Schlösser, Ina Schoenenburg, Stephanie Steinkopf, Maya Vieth und Doro Zinn.
Die Autor:innen
Hatice Açıkgöz
Geboren 1993 in Bremen, studierte Hatice Açıkgöz Literaturwissenschaften in Gießen. Die Autor:in lebt in Hamburg. 2022 erschien ihre Erzählung „ein oktopus hat drei herzen“ (Sukultur Verlag), ihr Lyrikdebüt fancy immigrantin. Ein poetisches tagebuch (w_Orten & meer – Verlag für diskriminierungskritisches Handeln) folgte 2023. Gemeinsam mit Dara Brexendorf und Zara Zerbe produziert sie den Podcast literarisch, solidarisch, dazu erscheint 2026 eine von der Autorin herausgegebene Anthologie (Verbrecher Verlag). Momentan arbeitet sie an ihrem Debütroman. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Stipendien, darunter das International Writers Program in Iowa (USA).
Paula Fürstenberg
Geboren 1987 in Potsdam, studierte Paula Fürstenberg am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Bienne sowie an der Humboldt-Universität Berlin. Die Autorin lebt in Berlin. 2016 erschien ihr Debütroman „Familie der geflügelten Tiger“ (Kiepenheuer & Witsch). Sie ist Mitherausgeberin der Habitus-Bände bei Sukultur und co-kuratierte 2022 die Gesprächsreihe „Let’s talk about class“. Zuletzt erschien ihr zweiter Roman „Weltalltage“ (2024, Kiepenheuer & Witsch). Die Autorin wurde mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet, darunter das Stipendium der Villa Aurora in Los Angeles (USA).
André Kubiczek
Geboren 1969 in Potsdam, studierte André Kubiczek Germanistik, Komparatistik und Philosophie in Leipzig und Bonn – ohne das Studium abzuschließen. Er lebt als freier Autor in Berlin. 2002 erschien sein Debütroman „Junge Talente“ (Rowohlt Verlag). Es folgten weitere Romane wie „Die Guten und die Bösen“ (2003, Rowohlt Verlag), „Der Genosse, die Prinzessin und ihr lieber Herr Sohn“ (2012, Piper Verlag) oder „Skizze eines Sommers“ (2016, Rowohlt Verlag), der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand. Jüngst erschien sein Roman „Nostalgia“ (2024, Rowohlt Verlag), der ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Der Autor wurde mit verschiedenen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, darunter dem Candide-Preis (2007).
Karolina Kuszyk
Geboren 1977 in Legnica, Polen, arbeitet Karolina Kuszyk als Autorin, Literaturübersetzerin und Lehrbeauftragte. Sie lebt in Berlin und Niederschlesien. Ihr Buch „In den Häusern der anderen“, poln. „Poniemieckie“ (2019, Czarne Verlag, auf deutsch 2022, Ch. Links Verlag) löste in Polen eine lebhafte Diskussion über den Umgang mit den deutschen Hinterlassenschaften aus und wurde in Deutschland zum Spiegel-Bestseller. Sie erhielt für das Buch den Arthur-Kronthal-Preis (2020), den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen (2023) und den Georg Dehio-Buchpreis (2024).
Suenje Lewejohann
Geboren 1972 in Flensburg, studierte Suenje Lewejohann Germanistik und Skandinavistik in Berlin sowie Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie arbeitet seit 2022 als Dozentin für Lyrik bei der Textmanufaktur und lebt als freie Autorin in Berlin. 2005 erschien ihr Debütroman „Am Sonntag will Gott zu Atem kommen“ (DuMont Verlag) und 2013 ihr Lyrikdebüt „in den hirschen“ (Connewitzer Verlagsbuchhandlung). Zuletzt erschienen „die idiotische wucht deiner wimpern“ (2020, parasitenpresse) und „als ich noch ein tier war“ (2022, parasitenpresse).
Matthias Nawrat
Geboren 1979 in Opole, Polen, studierte Matthias Nawrat Biologie in Heidelberg und Freiburg im Breisgau, anschließend Literarisches Schreiben in Biel/Bienne (Schweiz). Seit 2012 lebt er als freier Autor in Berlin. Er veröffentlichte Erzählungen, Essays, Romane und Gedichte. Zuletzt erschienen der Gedichtband „Gebete für meine Vorfahren“ (2022, Parasitenpresse) sowie der Essayband „Über allem ein weiter Himmel“ (2024, Rowohlt Verlag). 2023 erhielt er den Fontane-Literaturpreis der Fontane-Stadt Neuruppin und des Landes Brandenburg. 2024 war der Autor im Rahmen des von Kulturland Brandenburg geförderten Stipendienprogramms „Aus der Ferne gesehen“ bei der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf eingeladen.
Tanasgol Sabbagh
Geboren 1993 in Amol, Iran, lebt und arbeitet Tanasgol Sabbagh als Künstlerin und Dichterin in Berlin. Ihre literarische Arbeit präsentiert sie in Performances, Audiostücken, Videoinstallationen und musikalischen Kollaborationen. Sie ist Mitbegründerin des Künstler:innenkollektivs parallelgesellschaft sowie der gleichnamigen Veranstaltungsreihe. Gemeinsam mit Josefine Berkholz gründete sie das auditive Literaturmagazin „Stoff aus Luft“, das als Podcast erscheint: Ein Format, das gesprochene und klangbasierte Literatur in den Vordergrund stellt. Neben ihrer kreativen Tätigkeit gibt sie Workshops für Lyrik und kreatives Schreiben. 2024 war die Autorin im Rahmen des von Kulturland Brandenburg geförderten Stipendienprogramms „Aus der Ferne gesehen“ in die Elstermühle Plessa eingeladen.
Lutz Seiler
Geboren 1963 in Culmitzsch/Ostthüringen), absolvierte Lutz Seiler eine Lehre als Baufacharbeiter in Gera. Nach 1990 studierte er Geschichte und Germanistik in Halle (Saale). Seit 1997 leitet er das literarische Programm im Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst. Er lebt als freier Autor in Wilhelmshorst und in Stockholm. 2014 erschien sein Romandebüt „Kruso“ (Suhrkamp Verlag) sowie weitere Romane und Gedichtbände, u.a. „Stern 111“ (2020, Suhrkamp Verlag) oder „schrift für blinde riesen“ (2021, Suhrkamp Verlag). Der Autor erhielt zahlreiche Preise wie den Ingeborg-Bachmann-Preis (2007), den Deutschen Buchpreis (2014) oder den Georg-Büchner-Preis (2023).
Saskia Warzecha
Geboren 1987 in Peine, studierte Saskia Warzecha Computerlinguistik in Potsdam, anschließend Sprachkunst in Wien sowie Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie ist Mitherausgeberin der „Transistor – Zeitschrift für zeitgenössische Lyrik“ und lebt in Potsdam. 2020 erschien ihr Lyrikdebüt „Approximanten“ (Matthes & Seitz). Zuletzt erschien ihr Langgedicht „Farbleib“ (2024, Matthes & Seitz). Die Autorin erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde mit nationalen wie internationale Arbeitsstipendien bedacht, darunter 2024 im Rahmen des von Kulturland Brandenburg geförderten Stipendienprogramms „Aus der Ferne gesehen“ in Tarczyn, Wleń (Polen) sowie 2025 von der Villa Aurora in Los Angeles (USA).
Die Fotografinnen
Paula Kalinowski
Geboren 2001 in Berlin, studierte Paula Kalinowski Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie in Potsdam. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den Themen Erinnerung, Identität und kollektive Geschichte. Ihre Arbeiten zur fotografischen Serie „ODER-BRUCH“ waren u.a. im Landtag Brandenburg zu sehen. Sie werden erstmals im Rahmen des hier vorgestellten Buchprojektes publiziert.
Jordis Antonia Schlösser
Geboren 1967 in Göttingen, absolvierte Ina Schoenenburg bei Arno Fischer in Dortmund ihr Diplom in Fotografie. Seit 1997 ist sie Mitglied der Fotograf:innenagentur Ostkreuz und wurde 1998 in die World Press Photo Masterclass aufgenommen. Sie lebt seit 1997 – unterbrochen von längeren Aufenthalten in Havanna und Paris – in Berlin. Sie fotografiert für Zeitschriften wie Geo, Stern, Der Spiegel sowie für National Geographic. Im Zentrum ihrer Fotografie stehen Menschen in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Yann Geoffroy Competition sowie dem World Press Photo Award.
Ina Schoenenburg
Geboren 1979 in Ost-Berlin, studierte Ina Schoenenburg Fotografie an der Ostkreuzschule. Seit 2016 ist sie Mitglied der Fotograf:innenagentur Ostkreuz und lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten erschienen in zahlreichen Magazinen wie dem Zeit Magazin, Geo oder The New Yorker. Für ihr Langzeitprojekt Blickwechsel erhielt die Fotografin mehrere Auszeichnungen, darunter den Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie (2017) sowie den Vonovia Award (2017). Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen u.a. in Frankreich, Italien und der Schweiz gezeigt.
Stephanie Steinkopf
Geboren 1978 in Frankfurt (Oder), studierte Stephanie Steinkopf Fotografie an der Ostkreuzschule und absolvierte das Postgraduiertenstudium bei Ute Mahler und Robert Lyons. Seit 2014 ist sie Mitglied der Fotograf:innenagentur Ostkreuz und seit 2021 unterrichtet sie als Dozentin für Fotografie am Lette Verein Berlin sowie als freie Dozentin für Fotografie im Masterprogramm der Hartford University Connecticut. Die Fotografin lebt und arbeitet in Berlin. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem ersten Platz beim Vattenfall Fotopreis (2012) oder dem European Photo Exhibition Award (2013) sowie dem Lotto Brandenburg Kunstpreis Fotografie (2014) und wurde für zahlreiche Künstler:innenresidenzen ausgewählt. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt darunter auch in Mexiko und in den USA.
Maya Vieth
Geboren 1996 in Rüdersdorf bei Berlin, wuchs Maya Vieth im Oderbruch auf, absolvierte ihren Bachelor in Visueller Kommunikation an der Bauhaus-Universität in Weimar und studiert seit 2023 Fotografie in der Klasse von Tina Bara an der HGB in Leipzig. Sie wohnt und arbeitet in Leipzig. Ihre Arbeit „Während wir schlafen, ziehen Wölfe um die Häuser“ wurde mit dem Nachwuchsförderpreis „gute Aussichten – junge deutsche Fotografie“ ausgezeichnet. Die Fotografin befasst sich mit der Beziehung zwischen Menschen und ihrem Lebensraum, insbesondere im ländlichen Osten Deutschlands. Dabei arbeitet sie dokufiktional und experimentiert mit verschiedenen Medien.
Doro Zinn
Geboren 1987 in München, studierte Doro Zinn Politikwissenschaft und Psychologie, bevor sie ihre fotografische Ausbildung an der Ostkreuzschule für Fotografie abschloss. Sie lebt in Berlin und arbeitet als freie Fotografin. In ihren freien Arbeiten, die sie in enger Zusammenarbeit mit den porträtierten Personen entwickelt, beschäftigt sich mit Identität und Marginalisierung. Ihre freien Projekte wurden international ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet, zuletzt war ihre Arbeit „Future Kids“ (2025) in Arles zu sehen.
Erscheinungsdatum
„Welten verbinden. Ein Brandenburg Buch“ erscheint am 26. November 2025. Das Buch kann überall im Handel und im Online-Shop des Verlages SHIFT BOOKS vorbestellt werden .
Welten verbinden. Ein Brandenburg Buch
Herausgeberin Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, Kulturland Brandenburg
Konzept Christian Müller-Lorenz und Helena Melikov
Verlag SHIFT BOOKS, Berlin 2022, 176 Seiten, 59 Fotos, Offene Schweizer Broschur
Preis 18 Euro
ISBN 978-3-948174-36-1
Proud To Print Vegan
Bereits zum dritten Mal in Folge wurde das Begleitbuch zum Kulturland Brandenburg Thema klimaneutral produziert und mit kobalt- und mineralölfreien Druckfarben auf Pflanzenölbasis gedruckt. „Welten verbinden. Ein Brandenburg Buch“ führt demnach die vegane Reihe der Begleitpublikationen von Kulturland Brandenburg fort.