Innenhof des Landtagsschlosses mit einem Kunstwerk, dass das Schloss Sansouci nachbildet, dahinter ein Teil des ehemaligen Fachhochschulgebäudes sowie die Nikolaikirche mit einer großen Rundkuppel
Hof des Brandenburger Landtages mit dem Fortunaportal, der Nikolaikirche und der ehemaligen Fachhochschule, Potsdam, Foto: Frank Gaudlitz © Kulturland Brandenburg 2018

Baukultur leben

Beteiligen Sie sich am Themenjahr 2023 und schicken Sie uns bis zum 28. August Ihre Projektidee

Das Baukulturjahr 2023

Historisches Backsteinhaus mit Baustellenschild und Fahne mit der Aufschrift Denkmal des Monats

2023 ruft das Land Brandenburg das Jahr der Baukultur aus. Gemeinsam mit der Baukulturinitiative Brandenburg lädt das Themenjahr Baukultur leben – Kulturland Brandenburg 2023 die Kulturakteur:innen, lokale und regionale Kultureinrichtungen, Vereine und Initiativen im Land Brandenburg ein, bei der Gestaltung einer zukunftsorientierten Baukultur eine zentrale Rolle einzunehmen, denn Kultur ermöglicht und fördert wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Sie formt Identität. Sie stellt die drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft. Sie fokussiert Transformationsprozesse als gemeinschaftliche Chance und bietet Lösungsansätze jenseits von Gewinnoptimierung und Effizienzsteigerung. Kultur beeinflusst, was wir den nachkommenden Generationen hinterlassen. Es gibt keine demokratische, friedliche und nachhaltige Entwicklung ohne Kultur.

Lesen Sie den vollständigen Aufruf zum Baukulturjahr 2023

Ein neues Verständnis von Baukultur

2018 hat die Kulturministerkonferenz der Europäischen Länder in einer gemeinsamen Erklärung ein neues Verständnis von Baukultur definiert. Demnach sei Baukultur die Summe der menschlichen Tätigkeiten, welche die gebaute Umwelt verändern. Menschen haben seit jeher die Welt um sich herum gestaltet, verändert und zu ihren Gunsten geformt. Diese Veränderungen hielten Einzug in das kulturelle Erbe, das wiederum die nachfolgenden Generationen bis heute prägt.

Diese sogenannte Erklärung von Davos konstatierte jedoch auch einen allgemeinen Qualitätsverlust der gebauten Umwelt und der offenen Landschaften. Europaweit zeigen sich eine Trivialisierung des Bauens, fehlende gestalterische Werte und ein fehlendes Interesse für Nachhaltigkeit, zunehmend gesichtslose Ansammlungen räumlicher Ballungsgebiete, verantwortungsloser Landverbrauch und eine Vernachlässigung des historischen Bestandes. Sie gehen mit einem Verlust regionaler Identitäten und Traditionen einher. Somit sei es höchste Zeit, die gegenwärtigen und zukünftigen sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und klimatischen Entwicklungen und Trends als Chancen für eine Baukultur der Zukunft zu verstehen.

Jede Person habe das Recht, so heißt es weiter in der Erklärung von Davos, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Sprache, religiöser und politischer Anschauung die kulturelle Umwelt zu erleben, sie zu teilen und zu ihr zu gehören. Die Art, wie wir zusammenleben und uns als Gesellschaften entwickeln, ist grundlegend kulturell bedingt. Die Gestaltung unserer Umwelt, auch unserer gebauten Umwelt, ist daher ein kultureller Akt.

Möglichkeiten der Beteiligung

Das Themenjahr Baukultur leben – Kulturland Brandenburg 2023 eröffnet Ihnen vier mögliche Felder der Beteiligung am Themenjahr 2023. Sie sollen dabei nicht als thematische Klammern sondern als offene Ansätze für eine künstlerische und kulturelle Auseinandersetzung mit dem Thema Baukultur verstanden werden.

a) Wem gehören Stadt und Land? – partizipative Ansätze

Baukultur ist Beteiligungskultur. Sie lebt davon, dass Menschen sich für ihr Umfeld, ihr Quartier, ihr Dorf, ihre Stadt interessieren und engagieren. Städte und Dörfer, Siedlungen und Ausbauten, leerstehende Industrieareale, Felder und Flure, Wiesen und Wälder sind Raumlabore, die Platz für Experimente bieten. Schärfen Sie mit ihrer Projektidee das Bewusstsein für öffentliche Räume und das Erfahren von Stadt und Land. Entwickeln Sie in einem partizipativen Prozess kulturelle und künstlerische Ideen für eine lebenswerte Stadt und ein lebenswertes Land. Finden Sie Lücken, öffnen Sie den ungenutzten Raum und machen Sie ihn für Menschen sowie deren Bedürfnisse zugänglich.

b) Der Blick in die Vergangenheit? – historische und kulturelle Bildung

Kunstwerke und Denkmäler sind ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes. Ohne die kulturelle Vermittlung des baukulturellen Erbes lässt sich die Bedeutung des historischen Bestands jedoch kaum fassen. Probieren Sie innovative Vermittlungsformate und Ansätze aus, um den Besuchenden das baukulturelle Erbe des Landes Brandenburg näher zu bringen. Greifen Sie auf Konzepte aus der Kunst-, Medien- oder Gestaltpädagogik zurück wie z.B. mit Hilfe von Graffiti-, Film-, und Foto-Workshops oder entwickeln Sie Graphic Novels um die Geschichte der Baukultur in Brandenburg zu vermitteln. Diese vielfältigen Formate der historischen und kulturellen Bildung erreichen sowohl junge Besuchende als auch Erwachsene.

c) Wo treffen sich Ideen? – Räume für Begegnungen

Um den gesellschaftlichen Herausforderungen ländlicher Räume zu begegnen, braucht es gerechte Teilhabechancen und offene sowie mobile Gemeinschaftsräume, die Platz für mehr Beteiligung bieten. Schaffen Sie neue Netzwerke und mobile Kulturangebote, beleben sie ungenutzte Kirchenräume, leerstehende Kultur- und Klubhäuser, Ladenlokale und Scheunen. Entwickeln Sie neue und nachhaltige Ideen für eine diverse Gesellschaft.

d) Wie kann es weitergehen? Fragen für eine klimaneutrale Zukunft

Der durch die Menschen verursachte Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Im Bereich des Planens und Bauens gibt es schon heute zahlreiche innovative und nachhaltige Konzepte, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Die Kultur kann sich bei der Weiterentwicklung unseres Verständnisses von Nachhaltigkeit aktiv einbringen. Entwickeln Sie mutige und innovative Projekte, welche uns helfen, das Land vor den Folgen des Klimawandels zu schützen und gemeinsam eine klimaresiliente Zukunft zu gestalten.

Ein offener Aufruf

Das Themenjahr Baukultur leben – Kulturland Brandenburg 2023 lädt Kulturakteur:innen, lokale und regionale Kultureinrichtungen, Vereine und Initiativen im Land Brandenburg ein, die gebaute Umwelt in einem ganzheitlichen, auf die Kultur ausgerichteten Ansatz zu betrachten und mit den Brandenburger:innen und ihren Gästen an einer Vision zu arbeiten, wie wir die Orte, in denen wir leben, gemeinsam gestalten können, um den nachfolgenden Generationen ein positives Vermächtnis zu hinterlassen. Gemeinsam bringen wir Kunst- und Kulturprojekte zusammenbringen, die mit historischer und zeitgenössischer Baukultur in Verbindung stehen sowie die aktuelle Baukultur schützen, aktiv nutzen und zukunftsweisend weiterentwickeln.

Wir freuen uns auf Bewerbungen von vielfältigen gemeinnützigen Organisationen, wie Vereinen, Galerien, Museen, kleineren Initiativen und Netzwerken. Auch kommunale Träger wie Städte, Gemeinden, Landkreise oder ihnen nachgeordnete Einrichtungen können sich mit ihren Ideen beteiligen. Kulturakteur:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen sind ebenfalls eingeladen, eine Projektidee einzureichen, benötigen aber zur abschließenden Antragstellung einen gemeinnützigen Projektträger.

Insbesondere suchen wir nach Projektideen, die:

  • innovative Zugänge zum Thema Baukultur gestalten ermöglichen;
  • einen kooperativen und interdisziplinären Ansatz verfolgen, indem sie unterschiedliche soziale und kulturelle Perspektiven verknüpfen;
  • eine hohe Sichtbarkeit auf lokaler, regionaler oder überregionaler Ebene erzielen;
  • hybride Vermittlungsformate oder digitale Komponenten im Programm berücksichtigen.

Die eingereichten Projektvorhaben werden von einer ausgewählten Fachjury gesichtet und bewertet.

Kulturland Brandenburg bietet den ausgewählten Projektvorhaben:

  • eine anteilige finanzielle Förderung von bis zu 25.000 Euro;
  • eine fachliche Begleitung bei der inhaltlichen Weiterentwicklung der Projektidee;
  • Vernetzungsmöglichkeiten mit Partnerprojekten und Kulturakteur:innen im Land;
  • überregionale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und damit eine umfangreiche Sichtbarkeit für ein breites, kulturinteressiertes Publikum.

Was muss ich beachten?

Bitte senden Sie uns eine Beschreibung Ihrer Projektidee (max. 2 Seiten) zu, die Ihr Vorhaben skizziert und mögliche Beteiligte und Kooperationen benennt, einen groben Kosten- und Finanzierungsplan beinhaltet, der die Gesamtkosten, die von Ihnen gewünschte Höhe der Fördersumme, Ihren Eigenanteil und/oder die angestrebte bzw. beantragte Kofinanzierung benennt.

Bitte füllen Sie darüber hinaus den Fragebogen zur Projektidee als beschreibbares PDF vollständig aus.

Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen sowie den Fragebogen zur Projektidee vollständig ausgefüllt bis spätestens 28. August 2022 ausschließlich per E-Mail an: kulturland@gesellschaft-kultur-geschichte.de

Bei Fragen zum Bewerbungsverfahren oder zur inhaltlichen Ausrichtung des Themenjahres wenden Sie sich bitte an Christian Müller-Lorenz, Leiter der Themenjahre Kulturland Brandenburg, unter der folgenden Kontaktdaten:

Mail kulturland@gesellschaft-kultur-geschichte.de
Mobil 0151 610 60 496

Wir freuen uns auf Ihre Ideen und Projekte!