Gladiator:innen und Historyhacking

Gemälde von 1872 zeigt eine Arena mit Kämpfern
Gemälde von 1872 von Jean-Leon Gerome; Titel: Pollice Verso

Die Veranstaltung ist Teil der öffentlichen Ringvorlesung „Mythen der Vormoderne“

Prof. Dr. Eva Kimminich, Institut für Romanistik der Universität Potsdam

Der Vortrag befasst sich am Beispiel der römischen Gladiatorenkämpfe mit neuen Formen populärer Geschichtsverarbeitung beziehungsweise -vermarktung. Neben den traditionellen Formen des Geschichtslernens sind diese in der Werbung oder im Rahmen des Histotainments auf sinnliches Miterleben ausgelegten Inszenierungen historischer Ereignisausschnitte eine andere Art der Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart.

Sie greifen Bruchstücke (Kulturschutt) aus der Historie auf, um sie aus gegenwärtiger Perspektive auf ihre Brauchbarkeit hin zu befragen. Vor dem Hintergrund eines kultursemiotischen Modells werden die narrativen Strukturen und vor allem ihre Funktionen im Gesamtzusammenhang von Gesellschaft, Kultur und Individuum diskutiert. Dabei werden die Positionen der Geschichtswissenschaft und der Geschichtsdidaktik berücksichtigt. Als auf einem Recyceln basierende ‚Realisierungen‘ von Geschichte stellen diese neuen Formen populärer Geschichtsverarbeitung eine Herausforderung für die Geschichts- und Altertumswissenschaften dar, weil sie in zunehmendem Maße das kollektive Geschichtsbewusstsein prägen. Sie geben auch Auskunft über die Bedürfnisse und Ersatzfunktionen, die an das gesellschaftliche Geschichtsbewusstsein geknüpft werden.

Eintritt frei

 

Anmeldung

Eine Anmeldung zur Ringvorlesung unter kontakt@gesellschaft-kultur-geschichte.de wird empfohlen.

Aktuelle Besuchshinweise

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist unter den jeweils geltenden Corona-Bestimmungen des Landes Brandenburg für Ausstellungshäuser möglich. Weitere Informationen entnehmen Sie unseren aktuellen Besuchs- und Hygienehinweisen.