Arbeitsmaterialien für diverse und partizipative Formate Kultureller Bildung

 

In den kreativen Tätigkeiten im Feld der Kulturellen Bildung liegt ein enormer Erfahrungsschatz. Immer wieder entstehen daraus konkrete Arbeitsmaterialien, die für einen erweiterten Kreis von Akteuren wertvoll sein können. Wir möchten diese praktischen Handreichungen sammeln und für alle hier zugänglich machen.

 

1.      Notenmappe Klima-Klänge: Eine Sammlung von Musik aus aller Welt und für alle zum Thema Klima

Von MitMachMusik

Mit „Klima-Klänge“ liegt eine Notenmappe vor, die erstmals ermöglicht, dass sehr divers besetzte Ensembles gemeinschaftlich lernen und ganz unterschiedliche Musik spielen können, die durch einen thematischen roten Faden zusammengefasst ist – die Dankbarkeit für die Schöpfung.

Die vorliegenden Materialien sind für das Musizieren in außerschulischen Ensembles konzipiert — sind aber auch Schulorchester-tauglich. Alle Stücke sind in der MitMachMusik-Praxis erprobt. Die Partituren sehen viel komplexer aus, als es deren Umsetzung ist, denn das Ziel ist, verschiedenste Schwierigkeitsstufen zu inkludieren, vom “Newcomer” bis zum fortgeschrittenen Musizierenden. Für die Herangehensweise gibt es eine ausführliche „Gebrauchsanleitung“ im Arbeitsbuch.

Jedes Stück vermittelt musikalisches Wissen und lässt den jeweiligen Inhalt durch das Musizieren erlebbar werden. Dabei kann auch nonverbal vorgegangen werden. Denn auch die Ensemblespiel-Parameter können aus dem musikalischen Inhalt der Stücke entwickelt werden. Zum Beispiel das Tempo-Einzählen im Rhythmus der Melodie.

Wie ist diese Handreichung entstanden?

Die musikalische Beschäftigung mit dem Klima wurde 2022 durch ein Wissenschaftliches Symposium zu Klima und Ethik angestoßen, an dem wir Musik aus aller Welt zum Thema spielten. Damit diese Musik von unseren sehr divers besetzten Gruppen gespielt werden konnte, musste sie neu arrangiert und komponiert werden.

Wem würdet ihr diese Handreichung empfehlen? Wie könnte man damit weiterarbeiten?

Die Notenmappe empfehlen wir außerschulischen Musikgruppen, Education-Projekten von Kulturinstitutionen, sowie Schulorchestern. Auch Musik-Vereine, Musikpädagogik oder Musiktherapie könnten gut damit arbeiten. Geplant sind begleitende „staged videos“ sowie Workshops zum praktischen Umsetzen der Musikstücke für potentielle Multiplikator:innen.

 

 

 

 

2. Theater Workshops anleiten: Impulskarten

Von TheaterAktiv

Wie sind die Impulskarten „Theater Workshops anleiten“ entstanden?

Unter dem Eindruck der Pandemie haben wir 2021-23 für das Theater Traumschschüff ein Konzept einer aufsuchenden Theaterpraxis und künstlerisch-forschende Methoden für ein generationsübergreifendes Publikum entwickelt. Wir haben uns gefragt: Wer ist unser Publikum? Wo ist es und wie können wir es ansprechen? Und vor allen Dingen: Wie können wir trotz Pandemie Theater machen?

Mit verschiedenen Ansätzen und Methoden konnten wir neue Formate ausprobieren, die Vermittlung, Theaterkunst und andere Künste miteinander verbinden. Ziel war es, eine größtmögliche Beteiligung und individuelle Ansprache für ein neu zu gewinnendes Publikum zu generieren. Wir haben Eins-zu-Eins-Formate oder hybride Workshops ausprobiert. Wir haben bei den Menschen an der Haustür geklopft und im Vorgarten Gedichte mit ihnen geschrieben. Wir haben eine Rikscha gekauft und Menschen zu kreativen Spazierfahrten eingeladen, beispielsweise Menschen mit Demenz in Seniorenheimen. Unsere Erfahrungen haben wir künstlerisch dokumentiert und reflektiert.

Für welche Zielgruppe wurde sie entwickelt?

Unsere Workshop-Karten sind flexibel einsetzbar. Multiplikator:innen, die mit Menschen jeder Altersgruppe arbeiten, wie Lehrer:innen, Sozialarbeiter:innen, Jugendliche oder Erwachsene können sie als Impulskarten nutzen, um einen eigenen Workshop zu konzipieren. Der Aufbau der Inhalte lädt ein, auf verschiedenen Ebenen gemeinsam mit einer Gruppe kreativ zu agieren. Sie beinhalten Übungen, vertiefende Fragen, z.B. zu „Theater im öffentlichen Raum“, oder auch Hinweise zur Haltung der Spielleitung. Besonders wichtig war uns das Thema Inklusion. So haben wir für alle Übungen Alternativen für Menschen mit bestimmten Einschränkungen vorgeschlagen.

Wem würdet ihr diese Handreichung empfehlen? Wie könnte man damit weiterarbeiten?

Allen, die Lust haben Theater selbst zu machen! Sie sollen dazu anregen, selbst Spielkarten zu gestalten, die die eigene künstlerische Praxis dokumentieren und systematisieren. Gleichzeitig können sie auch einfach nur Lust machen zum eigenen Forschen oder Menschen behilflich sein, die noch nicht so viel mit Theater am Hut haben.