Brandenburg Museum
Brandenburg 1996 | 2026: Nach der Transformation ist vor der Transformation?
Podiumsgespräch zur Ausstellung „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“
Veranstaltungsdetails
Das Podiumsgespräch knüpft unmittelbar an die Grundidee der Ausstellung „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“ an. Ausgangspunkt sind Orte in Brandenburg, die bereits in den 1990er-Jahren fotografisch dokumentiert wurden und rund drei Jahrzehnte später von Studierenden der Fachhochschule Potsdam erneut aufgesucht und fotografiert worden sind.
Die Ausstellung ermöglicht dadurch einen Blick auf zwei unterschiedliche historische Momente. Im Gespräch soll jedoch nicht nur das unmittelbar sichtbare „Vorher und Nachher“ betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht vielmehr die lange Zeitspanne zwischen den Fotografien: Welche Entwicklungen haben in diesen drei Jahrzehnten stattgefunden? Welche Folgen der Transformation der 1990er-Jahre sind bis heute sichtbar oder spürbar? Warum haben sich Orte, Städte und Regionen trotz teilweise vergleichbarer Ausgangssituationen sehr unterschiedlich entwickelt? Welche neuen Veränderungen sind inzwischen hinzugekommen?
Der Titel „Nach der Transformation ist vor der Transformation?“ greift die Frage auf, ob die großen Umbrüche nach 1989/90 tatsächlich als abgeschlossene historische Phase verstanden werden können. Viele Regionen Brandenburgs erleben heute erneut tiefgreifende Veränderungen, beispielsweise durch demografische Entwicklungen, neue Formen von Arbeit und Wirtschaft, Strukturwandel, Energie- und Infrastrukturprojekte, Zuwanderung oder veränderte politische und gesellschaftliche Erwartungen.
Damit verbindet das Gespräch zwei Zeitebenen: die Erfahrungen der Transformation der 1990er-Jahre und die gegenwärtigen bzw. kommenden Veränderungen.
Im Gespräch kommen unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, regionaler Praxis sowie Kultur und Gesellschaft zusammen:
Dr. Manfred Kühn vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) ordnet langfristige räumliche und regionale Entwicklungen ein und geht der Frage nach, warum sich Orte und Regionen seit den 1990er-Jahren so unterschiedlich entwickelt haben.
Annalena Hänsel von der Lausitz-Kultur-Koordinierungsstelle bringt die Perspektive aus der regionalen Praxis ein und richtet den Blick auf aktuelle Transformationsprozesse und den Strukturwandel in der Lausitz sowie auf die Rolle von Kultur und regionalen Netzwerken.
Sabine Rennefanz, Journalistin und Autorin, ergänzt die Runde um eine biografische und gesellschaftliche Perspektive. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach Herkunft, Weggehen und Bleiben, Zugehörigkeit und dem persönlichen Blick auf Brandenburg im Wandel.
Moderiert wird das Gespräch von Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer von der Fachhochschule Potsdam, der das Ausstellungsprojekt eng begleitet hat und die unterschiedlichen Perspektiven immer wieder mit den Fotografien und Orten der Ausstellung verbindet.
Ausgewählte historische und aktuelle Fotografien aus „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“ begleiten das Gespräch und dienen als konkrete Ausgangspunkte für den Blick auf drei Jahrzehnte Veränderung in Brandenburg.
Das Gespräch dauert etwa 60–90 Minuten einschließlich einer Fragerunde mit dem Publikum.
Mitwirkende
Dr. Manfred Kühn
Planungsforscher und seit 1996 Projektleiter am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner. Er studierte Stadt- und Landschaftsplanung in Kassel und promovierte dort 1993 zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Seine Forschungsfelder umfassen Stadtplanung, Planungstheorie, Planungskonflikte, Klein- und Mittelstädte sowie Peripherisierung. Seit 2010 ist er Mitglied der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL).
Annalena Hänsel
Referentin der Lausitz-Kultur-Koordinierungsstelle. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit kulturellen Entwicklungen und Akteur:innen in der Lausitz sowie mit der Rolle von Kultur und regionalen Netzwerken im gegenwärtigen Strukturwandel.
Sabine Rennefanz
geboren in Beeskow, ist SPIEGEL-Kolumnistin, Autorin und Schriftstellerin. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und Berlin und arbeitete zwanzig Jahre für die Berliner Zeitung, unter anderem als London-Korrespondentin. Seit 2021 arbeitet sie freiberuflich und wurde für ihre journalistische und literarische Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Sie veröffentlichte mehrere Bücher, darunter den Bestseller Eisenkinder, der 2026 in einer überarbeiteten Neuauflage erschien, sowie den Roman Kosakenberg. Mit ihrer Familie lebt sie in Berlin.
Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer
Professor für Medienkulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam und gehört zur Initiative und Projektleitung der Ausstellung „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“. Seine Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit Fotografie, Bildlichkeit und Medienkultur.
Eintritt
Veranstaltungsticket: 5 € / 3 € ermäßigt
Das Veranstaltungsticket berechtigt zusätzlich zum ermäßigten Eintritt in die Ausstellung (5 €).
Eine Anmeldung ist erforderlich.
Anmeldung/Ticketkauf
Die Plätze sind begrenzt. Wir bitten um einen Ticketkauf über unseren Online-Ticketshop.
Eine telefonische oder Vor-Ort-Reservierung der Karten ist nicht möglich.