„In Echt? Begegnungen mit NS-Zeitzeug:innen“
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In Echt? Virtuelle Begegnungen mit NS-Zeitzeug:innen - Ein bundesweites Erinnerungsprojekt aus Brandenburg
Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist eine gesellschaftliche Verantwortung, die sich mit dem Verschwinden der letzten Zeitzeug:innen vor einer grundlegenden Herausforderung sieht. Die direkte Begegnung mit Überlebenden war stets ein besonders wirkungsvolles Mittel, um das Unrecht und die Gewalt der NS-Zeit nachvollziehbar zu machen. Das bundesweite Pilotprojekt „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen“ setzt genau hier an und zeigt, wie digitale Innovationen die Zeitzeug:innengespräche für kommende Generationen bewahren können.
Was kann man in der mobilen Ausstellung sehen?
Mit „In Echt?“ wird eine volumetrische (dreidimensionale) Virtual-Reality-Erfahrung für die Vermittlung von NS-Unrecht eingesetzt. In der mobilen Ausstellung begegnen Besucher:innen fünf jüdischen Zeitzeug:innen – Ruth Winkelmann, Kurt Hillmann, Charlotte Knobloch, Inge Auerbacher und Leon Weintraub – in einer realitätsnahen, immersiven Gesprächssituation. Durch eine VR-Brille kann man mit Blicksteuerung drei Fragen auswählen, die die Zeitzeug:innen dann – wie „in echt“ – beantworten.
So entsteht eine persönliche Erzählsituation, die es ermöglicht, die Geschichten der Überlebenden auf eine neue, eindringliche Weise zu erleben.
Diese Erfahrung wird durch analoge und digitale Stationen ergänzt, die die Lebensgeschichten der Zeitzeug:innen und die Produktionsumstände dieser Interviews beleuchten.
Was ist Volumetrie?
Im Zentrum dieser mobilen Ausstellung steht eine virtuelle Erfahrung (VR-Experience), die auf dreidimensionalen Aufnahmen von jüdischen Zeitzeug:innen des Nationalsozialismus basiert. Ruth Winkelmann, Leon Weintraub, Kurt Hillmann, Inge Auerbach und Charlotte Knobloch haben den Holocaust als Kinder oder Jugendliche überlebt und engagieren sich seit vielen Jahren gegen das Vergessen, indem sie z. B. in Schulen ihre Geschichte erzählen. Nun ist Kurt Hillmann ist im Februar 2025 in Berlin im Alter von 92 Jahren gestorben.
Mit einer VR-Brille können Sie Ihnen dabei zusehen und zuhören, wie sie von ihren Erlebnissen und Erfahrungen während der NS-Zeit erzählen. Für die Aufnahmen haben sich die hochbetagten Zeitzeug:innen in ein spezielles Studio begeben, in dem sie von 36 Kameras gleichzeitig gefilmt wurden. Jede einzelne Kamera macht zweidimensionale Aufnahmen der Zeitzeug:innen. Aus den Daten der 36 Kameras kann ein dreidimensionales Abbild erzeugt werden. Diese Technologie nennt sich Volumetrie. Um dieses Bild in beliebigen, virtuell „gebauten“ Räumen einsetzen zu können, wird der Hintergrund der Aufnahmen in der Postproduktion entfernt. Die Erstellung des virtuellen Raumes erfolgt in einer Game-Engine, einer Software, mit der das Design und die Funktionsweise des virtuellen Raumes bestimmt werden.
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Gesamtprojektleitung und historische Begleitung
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Impressum
Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH (BKG)
Projektverantwortung
- Geschäftsführerin BKG | Direktion Brandenburg Museum: Katja Melzer
- Kuratorische Leitung: Dr. Katalin Krasznahorkai
- Gesamtprojektleitung | Historische Begleitung: Johanna Schüller
- Bildung und Vermittlung: Julia Baumann, Dr. Wenke Wegner
- Tourenmanagement: Olga Preiss
- Redaktion Publikation: Johanna Gehring
- Kommunikation | Social Media: Paulina Wielinski, Andrea Glaß, Nadine Redlich
- Ausstellungstexte: Dr. Wenke Wegner
- Lektorat | Übersetzung: Anne Grunwald, Dr. Wanda Löwe, Marlene Schoofs
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
- Projektleitung Filmuniversität: Prof. Dr. Björn Stockleben
- Regie VR und Filmproduktion: Christian Zipfel
- Wissenschaftliche Mitarbeit (Begleitforschung): Sophie Tummescheit
- Wissenschaftliche Beratung (Begleitforschung): Dr. Yulia Yurtaeva-Martens
- Unity-Entwicklung: Jannis Volz, Sebastian Wilhelm
- App-Entwicklung: Giulia Fontana, Björn Stockleben
- Technical Director | Virtual Production Supervisor: Evgeny Kalachikhin
- Supervising Developer: David Schornsheim
- Koordination Summer School: Monika Richter, Olga Ulybysheva
- Sound Design: Danylo Okulov
Produktion | Gestaltung | Grafik | Rendering
- freybeuter Manufaktur
- Ta-Trung GmbH
- Volucap GmbH
- hana+nils · Büro für Gestaltung
Förderung & Kooperation
„In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen“ ist ein Kooperationsprojekt der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH (BKG) in Zusammenarbeit mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.
Das Projekt wird im Rahmen der Bildungsagenda NS-Unrecht gefördert durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) sowie die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).
Förderer
Das Projekt wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.