Brandenburg Museum

Ost-Lagen: Zwischen Erinnerung, Identität und Popkultur

Führung im Rahmen des Eröffnungswochenendes der Ausstellung „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“

Wischedörfer, 20.11.2025 / Foto: Charlotte Schröter und Merle Kauf
Wischedörfer, 20.11.2025 / Foto: Charlotte Schröter und Merle Kauf

Veranstaltungsdetails

Dreißig Jahre liegen zwischen den historischen Fotografien der Ausstellung und den neuen Aufnahmen von Studierenden der Fachhochschule Potsdam. Doch nicht nur die Orte haben sich verändert – auch unser Blick auf sie.

Am Tag der Deutschen Einheit nimmt das moderierte Gespräch diese Veränderungen zum Ausgangspunkt und fragt danach, welche Bilder und Erzählungen unser Verständnis von Brandenburg und Ostdeutschland prägen – und wie sie von unterschiedlichen Generationen heute neu betrachtet und weitergeschrieben werden.

Ausgangspunkt sind die Fotografien und die Orte selbst: Was erzählen Bilder aus den 1990er-Jahren heute? Was bewahren Fotografien – und was lassen sie aus? Wie verändert sich der Blick, wenn eine jüngere Generation mit historischen Aufnahmen an dieselben Orte zurückkehrt und sie dreißig Jahre später erneut fotografiert?

Von dort öffnet sich das Gespräch zu größeren Fragen nach Erinnerung, Identität und heutigen Bildern vom „Osten“. Welche Rolle spielen eigene Erfahrungen und unterschiedliche Generationen? Wann wird Erinnerung nostalgisch? Und was passiert, wenn ostdeutsche Alltagskultur und Ästhetiken heute in Popkultur und Social Media wieder auftauchen, neu gelesen oder bewusst angeeignet werden?

Im Gespräch treffen dabei unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Jürgen Rehrmann, Fotograf des ursprünglichen Projekts „Fotografie und Gedächtnis“, blickt auf die fotografische Arbeit der 1990er-Jahre und seine damaligen Motive zurück. Merle Kauf und Charlotte Schröter, Studierende der Fachhochschule Potsdam, haben sich im aktuellen Projekt mit seinen Fotografien auseinandergesetzt und die Wischedörfer in der Prignitz neu fotografiert. Olivia Schneider bringt eine heutige Perspektive auf ostdeutsche Alltagskultur, Identität, Popkultur und Social Media ein. Prof. Wiebke Loeper, Professorin für Fotografie an der Fachhochschule Potsdam und Co-Projektleiterin des aktuellen Fotoprojekts, moderiert das Gespräch und verbindet die unterschiedlichen Perspektiven immer wieder mit der Ausstellung und den fotografischen Arbeiten.

So bewegt sich das Gespräch von konkreten Fotografien und Orten über Erinnerung und Generationen bis zu heutigen Bildern und Vorstellungen von Ostdeutschland – und fragt danach, wie sich nicht nur Orte, sondern auch ihre Bedeutungen und unsere Blicke auf sie verändern.

 

Auf dem Podium 

Mehr lesen

Jürgen Rehrmann 
ist Fotograf und freier Fotojournalist. Er studierte Fotojournalismus und freie Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld und arbeitet seit 1991 freiberuflich. Für das Projekt „Fotografie und Gedächtnis“ fotografierte er 1995 die Wischedörfer in der Prignitz; auch in anderen fotografischen Arbeiten beschäftigt er sich mit Orten im Wandel und verschwindenden Strukturen.

Olivia Schneider 
ist Künstlerin und Sozialarbeiterin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit ostdeutschen Lebensrealitäten, Alltagskultur und Identität und greift dabei unter anderem regionale Orte, Ästhetiken und Erinnerungen auf – mit einem humorvollen und zugleich kritischen Blick auf Ostalgie und gängige Vorstellungen vom „Osten“. Sie studierte Bildende Kunst und Soziale Arbeit in Dresden.

Merle Kauf 
studiert Design an der Fachhochschule Potsdam mit einem Schwerpunkt auf Fotografie. Im Rahmen des Projekts „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“ arbeitete sie gemeinsam mit Charlotte Schröter zu den Wischedörfern in der Prignitz und setzte sich dabei mit den historischen Fotografien von Jürgen Rehrmann auseinander.

Charlotte Schröter 
studiert Design an der Fachhochschule Potsdam mit einem Schwerpunkt auf Fotografie. Im Rahmen des Projekts „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“ arbeitete sie gemeinsam mit Merle Kauf zu den Wischedörfern in der Prignitz und setzte sich dabei mit den historischen Fotografien von Jürgen Rehrmann auseinander.

Moderation: Prof. Wiebke Loeper 
ist Fotografin und seit 2008 Professorin für Fotografie an der Fachhochschule Potsdam. Sie studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, war Meisterschülerin bei Joachim Brohm und arbeitete mehrere Jahre als Assistentin von Sibylle Bergemann. Gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Richtmeyer und Hendrik Rauch gehört sie zur Projektleitung von „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“ und betreute das studentische Fotoprojekt.

Eintritt

Der Eintritt ist im Rahmen des Eröffnungswochenendes von „Ach, Brandenburg … Fotografie im Dialog 1996 | 2026“ kostenfrei.

Anmeldung

Wir bitten um verbindliche Anmeldung über unseren Online-Ticketshop.
Eine telefonische oder vor-Ort-Reservierung der Plätze ist nicht möglich.

Kooperation

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte und der Fachhochschule Potsdam.

Ein Projekt im Rahmen von „Von hier aus Zukunft – Kulturland Brandenburg 2026/2027“.

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