Brandenburg Museum

Zum 100. Geburtstag von Günter de Bruyn: „straucheln und lichten“ Lesung und Gespräch mit Judith Zander und Sven Gatter

Eine Kooperationsveranstaltung im Rahmen der Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung „straucheln und lichten. Ein Waldversuch“ im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK), anlässlich des 100. Geburtsages Günter de Bruyns.

Ein Gebäude mit einer Glasfassade, die im dunklen erleuchtet ist.
Brandenburg Museum am Abend © BKG, Foto: Nadine Redlich

Veranstaltungsdetails

Im Herbst dieses Jahres wäre der Schriftsteller Günter de Bruyn (1926–2020) hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Dortustraße 36, 14467 Potsdam) die Ausstellung „straucheln und lichten. Ein Waldversuch“. Im Mittelpunkt der Präsentation steht die gemeinschaftlich erarbeitete, gleichnamige Werkreihe der Schriftstellerin Judith Zander und des Fotokünstlers Sven Gatter. Begonnen haben sie die Kollaboration im Jahr 2023 während eines Aufenthaltes im Schwenower Forst, der ihnen im Rahmen des erstmals vergebenen „Abseits“-Stipendiums ermöglicht wurde. Dort, zwischen Beeskow und Storkow im Osten Brandenburgs, lebten sie fast drei Monate im einstigen Wohnhaus Günter de Bruyns und entwickelten eine Arbeitspraxis zwischen Waldeinsamkeit, Erkundung der Naturräume und künstlerischer Reflexion.

Ergänzend zur Eröffnung der Ausstellung liest Judith Zander am 13.10.2026 ab 18 Uhr in der Gewölbehalle des Brandenburg Museums aus den Texten der „straucheln und lichten“-Reihe, die wohl am ehesten als lyrische Kurzprosa bezeichnet werden können. Erkundungen der Pflanzenwelt in der unmittelbaren Umgebung des Schriftstellerhauses verbinden sich darin rankenartig mit überraschenden etymologischen Exkursionen, kulturhistorischen Verweisen und menschlichen Analogien. Wie immer spürt die Schriftstellerin auch in ihren neuen Texten mit großer Neugierde den Verschiebungen nach, die sich zwischen Dingen, Erinnerungen und Wahrnehmungen ereignen, und die diesmal eine intensive Auseinandersetzung mit einem vom Aussterben bedrohten Erfahrungsraum bezeugen: dem der Abgelegenheit, des Abseits eben.

Im Anschluss an die Lesung werden Judith Zander und Sven Gatter mit der Kulturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin Olivia Franke über ihre gemeinsame künstlerische Arbeit und den Aufenthalt in Günter de Bruyns „Abseits“ sprechen.

Zu den Künstler:innen:

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Über Judith Zander:

Judith Zander wurde 1980 in Anklam geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Geschichte in Greifswald, anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Heute lebt sie nach Stationen in Berlin und Jüterbog als freie Schriftstellerin in Greifswald. Nach ersten Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien erschien 2010 ihr Debütroman Dinge, die wir heute sagten bei dtv, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand und für den sie den Uwe Johnson-Förderpreis erhielt. 2011 folgte ihr erster Gedichtband oder tau, 2014 ein weiterer unter dem Titel manual numerale, beide dtv. Ihr zweiter Roman Johnny Ohneland ist 2020 erschienen und wurde mit dem Fontane-Literaturpreis ausgezeichnet. Für ihre jüngste Veröffentlichung, den Gedichtband im ländchen sommer im winter zur see, wurde sie mit dem Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geehrt. Weitere Auszeichnungen waren u.a. der 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2010, der Poesiepreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft 2015 und 2017 der Anke Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis.


Über Sven Gatter:

Sven Gatter wurde 1978 in Halle (Saale) geboren, wuchs in der kleinen Industriestadt Bitterfeld auf und lebt heute in Berlin und Hannover. Nach einem Studium der Angewandten Sozialwissenschaften, einem Gastaufenthalt an der Bauhaus-Universität in Weimar und dem Besuch der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin, entwickelte Gatter eine künstlerische Praxis, in der er sich vor allem mit Strukturwandelregionen auseinandersetzt. Dafür nutzt er überwiegend das Medium Fotografie, das bei ihm auch Ausgangpunkt für Videoarbeiten und installative Werke sein kann. Er wurde u. a. mit dem Kunstpreis Fotografie der Land Brandenburg Lotto GmbH (2016) und im Rahmen des Brandenburgischen Kunstpreises mit dem Fotografiepreis der Ostdeutschen Sparkassenstiftung (2024) ausgezeichnet. Darüber hinaus engagiert sich Gatter bei Perspektive hoch 3 e. V. für Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsformate, mit denen das Erwachsenwerden unter den besonderen Bedingungen des Zusammenbruchs der DDR und der deutschen Wiedervereinigung erforscht werden. Dafür wurde der Verein mit der Theodor Heuss Medaille (2020) geehrt.

Eintritt

Der Eintritt ist frei.

Anmeldung

Einlass nur mit vorheriger Anmeldung.
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Kooperation

Diese Veranstaltung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Das Brandenburg Museum dankt für die gemeinsame Umsetzung der Veranstaltung.