Brandenburg Museum
Symposium: „Pro Gloria et Patria“ Die Hohenzollernmonarchie als nationales Erbe
Das Symposium beleuchtet Preußen als politisches Erbe: Rekonstruktion von Schloss und Garnisonkirche, Hohenzollern-Debatte, monarchische Identität heute.
Veranstaltungsdetails
Mit dem Kirchturm der Garnisonkirche Potsdam und den Berliner Schlossfassaden wurden zwei zentrale Bausymbole der preußisch-deutschen Monarchie im wiedervereinten Deutschland rekonstruiert.
Was bedeutet es, wenn sich unser demokratisches Gemeinwesen auf vordemokratische Symbolbauten bezieht, wenn monarchische Monumente zur Verkörperung eines heutigen Nationalbewusstseins werden?
Diese Frage ist Anlass für uns, nach der Rolle der Hohenzollernmonarchie als Teil des nationalen Erbes für das Heute zu fragen. Welche Rolle spielt das monarchische Preußen im politischen Diskurs – als Teil einer nationalen Identität, als Vorbild für heutiges Handeln? Und vor allem: welches Preußen? Für die meisten heutigen Demokratien gilt, dass ihnen Monarchien vorausgingen, die zur Geschichte des Landes gehören und oft auch grundlegend für die Nationenbildung waren.
Die Rückbesinnung auf Preußen seit den 1980er Jahren ging mit seiner Kulturalisierung einher. Doch seine politische Dimension war nie verschwunden, sondern nur in den Hintergrund getreten. Diese tritt seit der deutschen Wiedervereinigung wieder deutlich hervor.
Die Umbettung Friedrich des II. im Jahr 1991, Überlegungen für ein Bundesland Brandenburg, der Hohenzollernstreit und die Reichsbürger sind Zeichen für die Präsenz des Monarchischen in der Gegenwart, die sich andernorts noch viel deutlicher artikuliert.
Die Tagung bildet den Abschluss einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe des Lernorts Garnisonkirche zur Einheit von Thron, Altar und Militär, welche die historische Garnisonkirche Potsdam verkörperte.
Programm
Freitag, 16. Januar 2026
11.00 Uhr
Registrierung
11:30 Uhr
Katja Melzer, Christoph Martin Vogtherr, Kirsten Bönker, Philipp Oswalt:
Begrüßung
Preußische Herrscher als Erbe und Vorbild
12:00 Uhr
Barbara Stollberg-Rilinger: Christliche Tugenden – Preußische Werte: Friedrich Wilhelm I. als Vorbild. Zur Rezeptionsgeschichte des Soldatenkönigs von 1945 bis heute
Tillmann Bendikowski: Mythos Friedrich II. – Der verdrängte Imperialismus und Kolonialismus eines großen Staatsmanns
Magnus Brechtken: Die neue Verklärung des Wilhelmismus: Von der Hohenzollerngruft bis zu Ehrhardt Bödeckers Preußenschriften
13:30 Uhr
Mittagspause
14:30 Uhr
Otfried Höffe: Suum Cuique: Rechtsstaatlichkeit als Antiuniversalismus?
15:00 Uhr
Diskussion, moderiert von Anja Reinhardt
16:00 Uhr
Pause
Monarchistische Kräfte in der Demokratie 1919–1933
16:30 Uhr
Thomas Tode: Monarchistische Popkultur: Friedrich-Rex Filme 1919–1945
Martin Kohlrausch: Das Nachleben der Dynastie: Vagabundierender Monarchismus in der Weimarer Republik
Christoph Martin Vogtherr: Distanzierung von der Monarchie? Die Gründung der preußischen „Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten“
18:00 Uhr
Pause
18:30 Uhr
Winfried Süß: Die Hohenzollern und die Nationalsozialisten
Diskussion, moderiert von Stefanie Schuster
Samstag, 17. Januar 2026
Preußen und die Monarchie als Referenz für die Neuen Rechten
10:00 Uhr
Andreas Kemper: Monarchistische Gruppen und Akteure in der BRD
Andreas Speit: Die Reichsbürger
Philipp Vergin: Preußen und die AfD
Pause
11:15 Uhr
Pause
11:45 Uhr
Markus Linden: Monarchisches Denken in der Neuen Rechten in den USA und Europa heute
12:15 Uhr
Diskussion, moderiert von Anja Reinhardt
13:15 Uhr
Mittagspause
Preußische Symbolbauten und ihre Rezeption
14:15 Uhr
Nikolaus Bernau: Burg – Schloss – Palast der Republik – Schlossfassade: Ein deutsches Trauma
Philipp Oswalt: Die Bedeutung von Berliner Schloss und Garnisonkirche Potsdam in rechtslastigen Architektur-Diskursen
Agnieszka Pufelska: Das Residenzschloss Posen
15:30 Uhr
Pause
16:00 Uhr
Armin Hanson: Vereinigende Stadtbildpflege: Die Umgestaltung Potsdams in den 1930er Jahren
Saskia Hüneke: Diskurse seit 1990 zur Potsdamer Mitte zwischen Städtebau und Geschichtsrezeption
17:00 Uhr
Diskussion, moderiert von Johann Hinrich Claussen
18:00 Uhr
Pause
Abendveranstaltung: Preußen als Erbe und politische Idee nach 1990
19:00 Uhr
Franka Maubach: Das Preußen-Revival der 1990er Jahre: Die Umbettung der Hohenzollern-Särge und die Idee eines Bundeslands Preußen
Eckart Conze: Die Republik ringt um ihr monarchisches Erbe: Die Hohenzollern-Debatte 2014–2023
20:00 Uhr
Diskussion mit einem Impulsstatement von Martin Gorholt, moderiert von Liane von Billerbeck
Referent:innen
- Nikolaus Bernau, Nikolaus Bernau ist ein deutscher Kunstwissenschaftler, Architekturkritiker, Journalist und Sachbuchautor
- PD Dr. Kirsten Bönker, Direktorin des Nordost-Instituts an der Universität Hamburg in Lüneburg
- Prof. Dr. Magnus Brechtken, Historiker, Stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, München/Berlin
- Prof. Dr. Eckart Conze, Historiker, Universität Marburg
- Dr. Tillmann Bendikowski, Historiker, Medienagentur Geschichte, Hamburg
- Prof. Dr. Otfried Höffe, Philosoph, München
- Dr. Armin Hanson, Denkmalpfleger, Dresden
- Martin Gorholt, Staatssekretär des Landes Brandenburg a.D. und Bundesgeschäftsführer der SPD a.D., Potsdam
- Saskia Hüneke, Kunsthistorikerin, Stadtfraktion Bündnis 90/Die Grünen/Volt, Potsdam
- Andreas Kemper, freischaffender Publizist und Soziologe
- Prof. Dr. Martin Kohlrausch, Historiker, Universität Leuven NL
- PD Dr. Franka Maubach, Historikerin, Universität Jena
- Katja Melzer, Direktorin des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte Potsdam
- Prof. Dr. Markus Linden, Politikwissenschaftler, Universität Trier
- Prof. Dr. Philipp Oswalt, Architekturwissenschaftler, Universität Kassel
- PD Dr. Agnieszka Pufelska, Kulturhistorikerin, Nordost-Institut der Universität Hamburg, Lüneburg
- Andreas Speit, Rechtsextremismusexperte und Publizist, Hamburg
- Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger, Historikerin, Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Berlin
- PD Dr. Winfried Süß, Historiker, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
- Dr. Thomas Tode, Filmemacher, Kurator, Publizist, Hamburg
- Philipp Vergin, Journalist, Berlin
- Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Potsdam
Teilnahme und Anmeldung
Für die Versorgung mit Getränken und einem Imbiss wird eine Pauschale in Höhe von 20 Euro pro Tag erhoben, die vor Ort beim Symposium zu entrichten ist. Zur besseren Planung bitten wir um Ihre Anmeldung.
Beide Veranstaltungstage (16.1. & 17.1.) sind bereits ausgebucht.
Veranstalter
Lernort Garnisonkirche Potsdam und Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte in Kooperation mit dem Nordost-Institut, Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN e. V.) und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin und Brandenburg statt.
Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Freundeskreis des Brandenburg Museums e.V.