Brandenburg.Studio
Gespräch: Jugendkultur & Räume in der Transformationszeit mit Fotografin Annette Hauschild
Ein Gespräch mit Fotografin Annette Hauschild und Potsdamer Kulturakteurin Katja Dietrich-Kröck, moderiert von Helen Thein-Peitsch (ZZF).
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Ausstellung „Das Weite suchen. Fotografien der späten DDR und frühen 1990er-Jahre“ statt.
Der Eintritt zur Ausstellung und zum Gespräch ist frei.
Veranstaltungsdetails
Der Abend verknüpft zwei zentrale Ebenen von „Das Weite suchen“:
„Jungsein“ und „Stadt–Land“.
Ausgangspunkt sind Annette Hauschilds Serien „Club- und Technoszene, Berlin (1990–1995)“ und „Wesendahl. Ein Dorf in Brandenburg (1992)“.
Gemeinsam mit Katja Dietrich-Kröck richtet das Gespräch den Blick darauf, wie Jugendliche in den Umbruchjahren Räume neu angeeignet haben – von Clubs, Kellern und Fabrikhallen in Berlin bis zu Alltags- und Zwischenräumen in Potsdam und Brandenburg. Es geht um Identität, Körper-/Rollenbilder, Übergänge um ’89/90 und um die Frage, wie Bilder diese Erfahrungen sichtbar machen und Erinnerung prägen.
Moderiert von Helen Thein-Peitsch blickt das Gespräch auf die Bedeutung von Freiräumen für die Berliner und Potsdamer Jugendkultur in Zeiten tiefgreifender Umbrüche – zwischen Utopie, Zerfall und Aufbruch – und wie sich diese im Rückblick heute lesen lassen.
Highlight: Annette Hauschild zeigt zusätzliche Fotografien aus ihrem Archiv, die nicht in der Ausstellung zu sehen sind – exklusive Einblicke als Bildimpulse im Gespräch.
Ablauf
18:00–19:00 Uhr – Musikalischer Auftakt
Bevor das Gespräch startet, eröffnet DJ Katjuscha den Abend mit einem atmosphärischen Set live in der Ausstellung. Die Musik dient nicht als Party, sondern als bewusst gewählter Klangraum, der an die frühen 1990er Jahre anknüpft und als Erinnerungsmedium auf die Themen des Abends einstimmt.
19:00 Uhr
Beginn des Gesprächs „Jugendkultur & Räume in der Transformationszeit“ im Brandenburg.Studio.
Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Das Weite suchen. Fotografien der späten DDR und frühen 1990er-Jahre“ statt.
Mitwirkende
Annette Hauschild
Mit „TECHNO 1990–1997“ hat Annette Hauschild eine der prägenden fotografischen Serien zur frühen Club- und Technokultur geschaffen: Orte der Nachwendezeit – E-Werk, Tresor, Bunker, leerstehende Fabriken – werden zu Bühnen einer Generation, die neue Freiräume erprobt. In „Wesendahl. Ein Dorf in Brandenburg (1992)” richtet sie den Blick ins Ländliche: nah an Menschen und Situationen, mit feinem Gespür für die Bruchlinien der Transformation jenseits der Metropole. In der Ausstellung steht sie damit an zwei Polen des Umbruchs – pulsierende Jugendräume in der Stadt und die sich wandelnde Alltagswelt auf dem Land. Im Gespräch bringt sie exklusive, nicht ausgestellte Motive als Impulse mit und spricht über Bildstrategien, Raum, Körper, Zugehörigkeit und das Langzeit-Echo der 90er.
Katja Dietrich-Kröck
Seit den frühen 1990ern prägt Katja Dietrich-Kröck die Potsdamer Jugend- und Kulturszene – von unabhängigen Initiativen der Übergangsjahre bis zur langjährigen Arbeit im Waschhaus. Sie kennt Raumaneignung aus der Praxis (Zwischennutzungen, Club- und Veranstaltungslogiken) und bringt die Brandenburg-Perspektive ein: Welche Orte trugen die Szenen, welche Aushandlungen von Öffentlichkeit, Körper und Gemeinschaft prägten die Zeit? In den 90ern war sie zudem als DJ „Katjuscha“ aktiv – ein Erfahrungshintergrund, der den Austausch über Musik als Erfahrungs- und Erinnerungsraum erdet.
Helen Thein-Peitsch
Seit den frühen 1990er-Jahren bewegt sich Helen Thein in den Potsdamer Kultur- und Freiräumen zwischen Subkultur, Radiokunst und Forschung. 1990 war sie Mitbegründerin der fabrik Potsdam, wo sie bis 1993 für Pressearbeit und Konzertorganisation verantwortlich war. Parallel zu ihrem Studium der Gender und Jewish Studies war sie als DJane, Veranstalterin und Journalistin aktiv. Später betreute sie u. a. die Pressearbeit des Radiokunst-Festivals Radio Revolten (2016) und arbeitet seit 2017 im Projekt Datscha Radio mit. Heute leitet sie die Bibliothek des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung und bleibt schreibend, moderierend und organisierend kulturaktiv. In ihren Moderationen verknüpft sie Räume, Klang und Körpererfahrungen – analytisch, zugänglich und nah an den sozialen Dynamiken der Transformationszeit.
Eintritt
Der Eintritt ist frei, wir bitten um Anmeldung.
Anmeldung
Eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Plätze empfohlen. Anmelden können Sie sich an unserer Museumskasse oder online:
Kontakt bei Fragen:
+49 331 620 85 50
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