Ausstellungsintervention „gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“
Laufzeit: 13. Mai 2026 – 31. Mai 2026
Zur Ausstellungsintervention
„gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ ist eine Wanderausstellung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Sie widmet sich der Geschichte queerer Menschen im Nationalsozialismus und fragt nach den Folgen von Ausgrenzung, Verfolgung und staatlicher Repression.
Anhand von Dokumenten, Fotografien und biografischen Beispielen zeigt die Ausstellungsintervention, wie queere Menschen entrechtet, kriminalisiert und inhaftiert wurden. Zugleich rückt sie Lebensgeschichten, Freundschaften und Formen der Selbstbehauptung in den Blick.
Im Brandenburg Museum wird die Ausstellungsintervention auf mehreren Ebenen des Museums präsentiert. Als Wanderausstellung ist sie bundesweit unterwegs und lädt dazu ein, sich eigenständig durch die Themenbereiche zu bewegen.
Die Hintergründe
Die Geschichte queerer Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus ist bis heute nur teilweise bekannt. Bereits ab 1933 wurden sichtbare Strukturen queeren Lebens systematisch zerstört. Lokale wurden geschlossen, Zeitschriften eingestellt, Vereine aufgelöst und Netzwerke zerschlagen. Das verschärfte Strafrecht, insbesondere die Neufassung des § 175, schuf die Grundlage für Verurteilungen, Haft und Deportationen.
Zehntausende Männer wurden strafrechtlich verfolgt. Auch lesbische Frauen, trans* Personen und andere Menschen, die nicht dem nationalsozialistischen Geschlechterbild entsprachen, gerieten ins Visier staatlicher und gesellschaftlicher Kontrolle. Verfolgung vollzog sich durch Denunziationen, Polizeiermittlungen, Gefängnis- und KZ-Haft sowie durch soziale Isolation.
Im Zentrum der Ausstellungsintervention steht eine Vielzahl individueller Lebensgeschichten. Sie zeigen nicht nur Repression, sondern auch Handlungsspielräume, Eigensinn und Strategien des Überlebens. Der Begriff „queer“ wird dabei als Sammelbegriff für unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten verwendet, wobei historische Selbst- und Fremdbezeichnungen berücksichtigt werden.
Die Ausstellungsintervention thematisiert außerdem die Zeit nach 1945. In beiden deutschen Staaten blieb männliche Homosexualität weiterhin strafbar. Die Anerkennung der NS-Verfolgten setzte erst Jahrzehnte später ein. Damit wird deutlich, dass die Geschichte der Ausgrenzung nicht mit dem Ende der NS-Diktatur abgeschlossen war.
Begleitprogramm
Weitere Informationen zu Begleitveranstaltungen und Vermittlungsangeboten folgen in Kürze.
„gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ ist eine Ausstellung der
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
www.gefaehrdetleben.de
Kurator:innen: Dr. Insa Eschebach, Andreas Pretzel, Karl-Heinz Steinle
Ausstellungsbau und -produktion: Lendler Ausstellungsarchitektur, Berlin
Wir danken der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld für die Zusammenarbeit und die Möglichkeit, diese Ausstellung im Brandenburg Museum zu zeigen.