Konferenzraum
Nur dem wahren Glauben und der eigenen Dynastie verpflichtet? Die brandenburgischen Kurfürstinnen des Reformationsjahrhunderts
Ein Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Die Frauen der Hohenzollern – Dynastie, Netzwerk und Familie“ veranstaltet vom Historischen Institut der Universität Potsdam und dem Research Center Sanssouci /RECS) in Kooperation mit dem Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte und der Brandenburgischen Historischen Kommission
Im 16. Jahrhundert nutzten die brandenburgischen Kurfürstinnen ihre eigene konfessionelle Positionierung als dynastische Strategie zwischen Loyalität, Distanz und Einfluss. Elisabeth von Dänemark brach bewusst mit der katholischen Linie ihres Mannes und beförderte damit langfristig die Reformation – mit dem Preis von Exil und persönlichem Risiko. Hedwig Jagiellonica dagegen blieb katholisch, um außenpolitische Bündnisse mit Polen und dem Kaiserhaus zu sichern, während Sabina von Brandenburg-Ansbach und Elisabeth von Anhalt den lutherischen Glauben innerhalb der Hohenzollern-Dynastie konsolidierten und stabilisierten. Insgesamt eröffneten konfessionelle Optionen diesen Frauen Handlungsspielräume, mit denen sie dynastische Interessen absicherten, religiöse Kontinuität herstellten oder – im Extremfall – individuelle Autonomie gewannen.
Referent:
Matthias Asche, Potsdam
Eintritt
Der Eintritt ist frei.